Der italienische Immobilienmarkt: steigende Preise und veränderte Nachfrage

Der italienische Immobilienmarkt: steigende Preise und veränderte Nachfrage

Immobilienmarkt in Italien: Steigende Preise und veränderte Nachfrage

Gemäß einer Untersuchung von Real Estate DATA HUB betritt der italienische Immobilienmarkt eine fortgeschrittenere Entwicklungsphase. Die hauptsächlichen Wachstumsfaktoren sind die Energieeffizienz von Wohngebäuden, das zunehmende Interesse an den südlichen Regionen des Landes und die gesteigerte Nachfrage nach geräumigeren Häusern und Wohnungen.

Während viele europäische Länder bei Investitionen nach wie vor vorsichtig agieren und vermehrt auf die Qualität der Vermögenswerte achten, schloss Italien das Jahr 2025 mit beeindruckenden Ergebnissen ab: Die Anzahl der Transaktionen auf dem Wohnimmobilienmarkt stieg um 9,5 %, die Preise um 3,5 % im Vergleich zum Vorjahr und die durchschnittliche Verkaufsdauer einer Immobilie betrug etwa 150 Tage. Diese Daten werden im dreizehnten Bericht des Real Estate DATA HUB präsentiert, der von den Analyseabteilungen von REMAX Italia, RYZE und 24MAX erstellt wurde.

Prognosen für 2026

Experten prognostizieren, dass der Markt auch im Jahr 2026 weiter wachsen wird, jedoch mit einem moderateren Wachstumstempo. Dies wird durch stabile Fundamentaldaten unterstützt. Für Käufer sind Wohnqualität, Energieeffizienz und langfristiger Wert von entscheidender Bedeutung.

Gemäß Dario Castiglia, CEO von REMAX Italia, wird der italienische Wohnungsmarkt zunehmend reifer und bewusster. Trotz gestiegener Anforderungen an Immobilien bleibt die Nachfrage hoch, da Immobilien weiterhin als zuverlässige und strategisch wichtige Anlagegüter gelten.

Energieeffiziente Wohnungen steigen im Wert und verkaufen sich schneller

Energieeffizienz ist nicht mehr nur ein Umwelttrend, sondern ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Im Jahr 2025 stiegen die Verkäufe von Immobilien der Energieklassen A und B im Vergleich zu vor zwei Jahren um über 25 %.

Obwohl der Preis solcher Immobilien im Durchschnitt etwa 40 % höher liegt als bei weniger energieeffizienten Wohnungen, erfolgt ihr Verkauf schneller: Die Vermarktungsdauer ist rund 8 % kürzer als der Durchschnitt.

„Grüne“ Hypotheken werden attraktiver

Der Bankensektor bietet zusätzliche Anreize. In der zweiten Jahreshälfte 2025 sanken die Festzinsen für sogenannte „grüne“ Hypotheken zum Erwerb energieeffizienter Wohnungen auf etwa 2,19 %.

Die monatlichen Raten solcher Darlehen sind durchschnittlich um 15 % niedriger als bei herkömmlichen Hypotheken. Zusammen mit niedrigeren Instandhaltungskosten macht dies energieeffizientes Wohnen nicht nur ökologisch, sondern auch finanziell attraktiv. Zudem wirken sich die europäischen Energieeffizienzstandards bereits deutlich auf das Käuferverhalten aus.

Süditalien entwickelt sich zum neuen Wachstumsmittelpunkt

Eine der bemerkenswertesten Entwicklungen im Jahr 2025 war die Stärkung der süditalienischen Regionen und Inseln. Während das Wachstum im Norden und in der Mitte des Landes stabilisiert, erzielte der Süden die besten Ergebnisse über den gesamten Beobachtungszeitraum.

Mehrere Faktoren tragen dazu bei: erschwingliche Immobilienpreise, die zunehmende Beliebtheit von Homeoffice und hybriden Arbeitsmodellen sowie positive Aussichten auf zukünftige Wertsteigerungen von Immobilien.

Experten gehen davon aus, dass es sich hierbei um langfristige Marktveränderungen handelt, nicht nur um kurzfristige Trends. Steuerliche Anreize, hohe Lebensqualität und vergleichsweise niedrigere Preise im Vergleich zu zentralen und nördlichen Regionen ziehen junge Käufer an, die in diesen Gebieten großes Potenzial sehen.

Käufer bevorzugen großzügigere Wohnungen

Dreizimmerwohnungen bleiben die beliebteste Art von Wohnungen im Land und decken 37,35 % der Nachfrage ab.

Die Käuferpräferenzen verschieben sich jedoch allmählich hin zu geräumigeren Immobilien.

Derzeit machen Vierzimmerwohnungen sowie Häuser oder Wohnungen mit fünf oder mehr Zimmern zusammen fast 38 % der Nachfrage aus. Dies spiegelt eine Veränderung der Wohnkonzepte wider: Ein Zuhause soll gleichzeitig ein Ort der Entspannung, Arbeit, Sport, Lernen und sozialen Interaktion sein.

Dieser Trend ist insbesondere in Mittel- und Süditalien deutlich erkennbar. In Mittelitalien beträgt der Anteil von Vierzimmerwohnungen etwa 20 %, in Süditalien 27 %. Häuser mit fünf oder mehr Zimmern machen in Mittelitalien 22 % und in Süditalien 30 % aus. Dies liegt hauptsächlich daran, dass die Erweiterung des Wohnraums in diesen Regionen weiterhin erschwinglich ist.

Gewerbeimmobilien: Fokus auf Stadterneuerung

Der Gewerbeimmobilienmarkt schloss das Jahr 2025 mit Rekordzahlen ab. Ein herausragendes Merkmal war jedoch nicht nur die Investitionsdynamik, sondern auch die qualitative Veränderung des Marktes.

Büroimmobilien, Einzelhandelsimmobilien, Logistikkomplexe und der Hotelsektor werden vermehrt als Instrumente der Wirtschaftsentwicklung und Stadterneuerung betrachtet.

Einzelhandel

Der Einzelhandelsimmobiliensektor verzeichnete im Vergleich zu 2024 ein Wachstum von 46 % und erreichte damit einen historischen Höchststand. Der Großteil der Investitionen floss in Immobilien außerhalb der Stadtzentren, die etwa 80 % aller Transaktionen ausmachten.

Das Konzept der „Erlebniszentren“, die Shopping, Unterhaltung und Gastronomie kombinieren, gewinnt an Beliebtheit. Investoren zeigen vor allem Interesse an Outlets, Premium-Einkaufsstraßen und modernen Einkaufszentren.

Hotelgewerbe

Der Hotelsektor verzeichnete das zweitschnellste Wachstum mit einem Plus von 20 %. Besonders gefragt waren Wertsteigerungsprojekte, bei denen alte Bürogebäude und historische Gebäude umgebaut und in erstklassige Hotels umgewandelt wurden.

Diese Strategie ermöglicht es, ineffiziente Immobilien anzugehen und gleichzeitig der steigenden Nachfrage nach hochwertigen touristischen Angeboten gerecht zu werden.

Ein beträchtlicher Teil der Investitionen fließt in das Premium- und Luxussegment.

Rom nähert sich Mailand an

Logistikimmobilien zogen Investitionen in Höhe von etwa 2 Milliarden Euro an, was einem Anstieg von 30 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Nahezu das gesamte Finanzierungsvolumen – 98 % – wurde von ausländischen Investoren bereitgestellt.

Energieeffizienz, Umweltfreundlichkeit und hohe Objektqualität bleiben die entscheidenden Kriterien bei der Immobilienauswahl. Gleichzeitig dehnt sich der Logistikmarkt allmählich über die traditionelle Dominanz Mailands hinaus aus: Die Mietpreise im Großraum Rom nähern sich zunehmend dem Niveau in Mailand an. Rechenzentren, die ein eigenes, schnell wachsendes Segment darstellen, geben der Entwicklung zusätzlichen Schwung.

Büromarkt: Geringeres Volumen, höhere Nachfrage

Die Investitionen in Büroimmobilien sanken um 14 % auf etwa 1,8 Milliarden Euro. Der Rückgang des Volumens spiegelt jedoch nicht das gesamte Bild der Entwicklungen wider.

Der Trend zur „Flucht in Qualität“ verstärkt sich auf dem Markt – die Nachfrage konzentriert sich auf hochwertige A-Immobilien mit ESG-Zertifizierung in zentralen Geschäftsvierteln. Die Leerstandsquote für solche Immobilien bleibt extrem niedrig: etwa 3 % in Mailand und nur 1,6 % in Rom.

Dadurch profitieren Eigentümer moderner und nachhaltiger Immobilien von einer stabilen Nachfrage und können höhere Preise erzielen, während Immobilien von geringerer Qualität zunehmend an Wettbewerbsfähigkeit verlieren.

Laut Laura Piantanida, Leiterin der institutionellen Beziehungen bei RYZE, wird der Markt immer selektiver. Investoren und Mieter bevorzugen Immobilien, die hohe Qualität, Nachhaltigkeit, innovative Lösungen und flexible Nutzungsmöglichkeiten vereinen. Sanierungs- und Umgestaltungsprojekte für bestehende Gebäude sind derzeit die wichtigste Quelle der Wertschöpfung und vergrößern die Kluft zwischen den attraktivsten Objekten und solchen, die sich nicht an die neuen Marktanforderungen anpassen.

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