Die Mietpreise in Italien gehen zurück.

Die Mietpreise in Italien gehen zurück.

Mietpreise in Italien gesunken: Preise sanken im August um 1,7 %, Mailand bleibt dennoch die teuerste Stadt

Im August 2026 gab es eine unerwartete Kehrtwende auf dem italienischen Mietmarkt. Nach einer langen Phase des Wachstums fielen die Durchschnittspreise erstmals in den negativen Bereich: im Vergleich zum Vormonat sanken die Mieten um 1,7 %, während die jährliche Korrektur -0,8 % betrug. Laut den aktuellen Zahlen des Immobilienanalysezentrums idealista liegt der durchschnittliche Mietpreis für Wohnungen im Land bei 14,6 Euro/m².


Die Methode ist entscheidend: Herausfiltern von „Touristenrauschen“

Experten nutzten fortschrittliche statistische Filter, um kurzfristige saisonale und Urlaubsangebote aus der Gesamtstichprobe herauszufiltern, da diese das Gesamtbild verzerren könnten. Eine Neuberechnung der gesamten historischen Datenreihe zeigte, dass der langfristige Markt eine Abkühlungsphase durchläuft und die Kluft zwischen Angeboten für Touristen und Einheimische weiter zunimmt.


Dynamik in Metropolen: Rom und Venedig verlieren an Boden, Turin bricht Rekorde

Von den 94 untersuchten Verwaltungszentren des Landes verzeichneten 53 einen Rückgang der Preise, 38 einen Anstieg und 3 blieben stabil.

  • Mailand ist traditionell die teuerste Stadt Italiens. Trotz eines minimalen Rückgangs von 0,5 müssen Mieter hier durchschnittlich 22,3 Euro/m² zahlen.
  • Rom, Florenz und Venedig verzeichneten spürbare Rückgänge: Die Hauptstadt sank um 2,8 (auf 19,1 €/m²), Florenz verlor 3,1 (auf 21,7 €/m²) und Venedig fiel um 3,6 (auf 20,2 €/m²).
  • Turin war die wichtigste Ausnahme unter den großen Märkten: Dank einer stabilen Nachfrage wuchs die Stadt um 1,3 und erreichte mit 13,1 % einen neuen historischen Höchststand. Euro/m².
  • Führende Städte bei Wachstum und Rückgang: Die stärksten Preiserhöhungen unter den mittelgroßen Städten verzeichneten Trani (+5%), Alessandria (+4,1%) und Ragusa (+4%). Gleichzeitig sanken die Immobilienpreise in Ravenna (-6,2 %), Chieti (-5,5 %) und Brindisi (-5,2 %) signifikant.

Am unteren Ende der Preisskala befinden sich die Städte Süditaliens: Caltanissetta mit einem Preis von 4,5 Euro/m² sowie Potenza und Reggio Calabria (6,2 Euro/m²).


Regionale Besonderheiten und provinzielle Anomalien

Auf Provinzebene zeigen die Statistiken aufgrund der geografischen Lage und der Besonderheiten des lokalen Immobilienmarktes eine noch größere Preisspanne.

  • Das Phänomen der Provinz Lucca: Hier wurde ein landesweiter Rekorddurchschnittspreis von 51,1 Euro/m² festgestellt. Dieser nicht-systemische Indikator ergibt sich aus dem extrem teuren Segment der Luxusimmobilien an der Versilia-Küste (insbesondere in Forte dei Marmi).
  • Regionale Unterschiede: Das Aostatal (25,7 €/m²) und die Toskana (20,9 €/m²) bleiben die teuersten Regionen des Landes, gefolgt von der Lombardei (18,8 €/m²) und Latium (15,8 €/m²). Die Region Molise schließt die nationale Liste ab, wo die Miete lediglich 6,4 €/m² beträgt.

Die aktuelle Korrektur zeigt, dass der italienische Mietmarkt allmählich die Obergrenze der zahlungsfähigen Nachfrage der Bevölkerung erreicht, insbesondere in Premiumlagen im mittleren und nördlichen Teil des Landes.

Nachricht